Teenager mögen es spät

Ein dem Biorhythmus angepasster Schulbeginn beschert Schülern in den USA mehr Schlaf und bessere Noten. Doch es bleiben Fragen.
Wer selber Kinder im Teenageralter hat, kennt das Problem: Die Jugendlichen kommen am Morgen nicht in die Gänge. Das hat zu einem grossen Teil biologische Gründe. Denn mit Beginn der Pubertät verschiebt sich der lichtabhängige Schlaf-wach-Rhythmus temporär nach hinten. Das heisst, Teenager schlafen abends später ein als Kinder und Erwachsene. Um dennoch genügend Schlaf zu erhalten, müssten Jugendliche morgens länger schlafen. Müssten, denn der Stundenplan in Schule und Lehrbetrieb macht das meist unmöglich.

Licht am Abend beeinflusst Einschlafzeit

Die "Sleep more"-Studie zeigt, dass ein späteres Aufstehen am Morgen nicht durch ein späteres Einschlafen kompensiert wird. Das illustriere, wie stark die Einschlafzeit biologisch determiniert sei, so die Forscher. Zudem verringerte sich nach dem Wechsel bei den Schülern der "soziale Jetlag". Das heisst, die Differenz zwischen dem Schlafmittelpunkt in der Woche und dem Schlafmittelpunkt am Wochenende nahm signifikant ab. Der natürliche Schlaf-Wach-Zyklus während der Woche war somit weniger stark gestört, so dass die Schüler am Wochenende ein kleineres Schlafmanko zu kompensieren hatten.

Trotzdem stellt sich die Frage, wie lang anhaltend die nachgewiesenen Verbesserungen sind. Denn der Schlafbeginn am Abend wird auch durch lichtemittierende Geräte wie Smartphones und Computer hinausgezögert. Ein späterer Schulbeginn kann deshalb nur dann die volle Wirkung entfalten, wenn die Schüler auch basale schlafhygienische Regeln befolgen.

Text aus NZZ

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