Montag
Zum “Regenverhältnis” zwischen Sion und Luzern: In Luzern regnet es mehr als in Sion, weil die Wolken in Sion weniger Wasser haben als in Luzern. Darum ist es in Sion trockener als in Luzern und die Pflanzen haben weniger Wasser. Wenn die Wolken “voll” sind, können sie nicht über die Bergen, so müssen sie sich zuerst entleeren und kommen dann so halb leer über die Berge. Und so regnet es im Wallis halt weniger als in Luzern, wo es weniger hohe Gebirgszüge gibt.
Dienstag
Der Grosse Aletschgletscher ist der flächenmässig grösste und längste Gletscher der Alpen. Er befindet sich auf der Südabdachung der Berner Alpen im Kanton Wallis. Der Gletscher ist ca. 23 km lang, bedeckt eine Fläche von 117,6 km² und besteht aus rund 26,5 Milliarden Tonnen Eis.
Der Ursprung des Grossen Aletschgletschers liegt in der rund 3800 m hoch gelegenen Jungfrau-Region. Am Konkordiaplatz fliessen drei mächtige Firnströme zusammen: der Ewigschneefirn, der Jungfraufirn und der Aletschfirn.
Der Aletschgletscher hat sich im Laufe der Jahre sehr stark zurückgebildet. Er bewegt sich im Jahr zirka 100 m talabwärts. Wir haben heute gesehen, was eine Gletschermühle ist. Es gibt drei verschiedene Moränentypen: Seitenmoränen, Endmoränen und Mittelmoränen. Die auf dem Gletscher auftretenden Fallwinde haben uns ganz schön frieren lassen.
Mittwoch
Ein Teil des Aletschwaldes war im Jahre 1944 abgebrannt. Es hatte damals zwei Wochen lang gebrannt, es sind viele Bäume abgebrannt. Man versuchte vergeblich den Brand zu löschen, indem man viele Bäume fällte und dabei hoffte, dass sich der Brand nicht weiter ausbreitet. So was nennt man eine Schneise.
Zwei Mal blieb das wirkungslos, doch beim 3. Mal - als sie die Schneise breiter machten - zeigte das eine erste Wirkung. Ein weiteres Hilfsmittel war, dass sie vom Tal Wasser in Kanistern hinauftrugen. Zum Glück hat es dann zu schneien begonnen, so war der Brand endgültig besiegt. Noch heute sieht man die letzten Überbleibsel dieses Brandes z. B. Baumstümpfe.
Heute ist das Risiko kleiner, dass es noch mal einen solchen Brand gibt, weil es im ganzen Aletschwald ein Feuerverbot gilt. Bleibt zu hoffen, dass sie alle Besucher an dieses Verbot halten…
Donnerstag
Am Donnerstagmorgen gingen wir Wild beobachten, das heisst, das wollten wir eigentlich. Eine Gruppe hatte nämlich nicht allzu viel Glück dabei… Es war ziemlich kalt.
Schon nach kurzer Zeit sahen wir zwei Gämsen und vier Hirschkühe. Es war interessant, sie durch ein Fernglas zu beobachten. Wir entdeckten auch sehr viele Tierspuren. Die Leiterin erklärte uns, um welche Tierspuren es sich hier handelte. Es war spannend. Nach ein paar Minuten wanderten wir weiter. Unterhalb des Wanderweges entdeckten wir schon wieder eine Gämse. Sie war uns ziemlich nahe, aber als sie uns bemerkte, lief sie davon.
Diese Gämse war das letzte Wildtier, das wir beobachten konnten. Nachdem wir eine kurze Pause einlegten, sagte die Leiterin zu uns, dass wir zurück zur Villa Cassel wandern.
Die 1. OS 1 traf gleichzeitig bei der Villa Cassel ein. Sie berichteten uns, dass sie leider nicht so viel entdeckt hatten. Direkt nach der Wildbeobachtung assen wir hungrig das Frühstück, das uns an diesem Morgen besonders gut schmeckte.
Freitag
Jeden Morgen, als wir in der Villa Cassel aufwachten und aus dem Fenster schauten, sahen wir etwas Prächtiges und Wundervolles. Der Sonnenaufgang! Ich weiss, es ist nur ein Sonnenaufgang, aber mit den Bergen und allen Drum und Dran ist es ein wundervoller Anblick. Es ist ein Anblick, den man im Tal selten zu sehen kriegt und jeder der 1. OS hat diesen Anblick genossen und wird ihn auch ein wenig vermissen.